Iss, der du bist

Dr. Christian Neuburger hat jahrzehntelange Erfahrung und große Kompetenz, wenn es um Ernährungsfragen geht. Er vertritt den Standpunkt, dass man grundsätzlich immer das Gefühl haben soll, dass man alles essen darf, denn nur dann ist das Projekt, sich gesünder zu ernähren, von Erfolg gekrönt.

Der Mensch lässt sich grob in zwei grundsätzlich verschiedene Esstypen einteilen: den Ritualtyp und den Veränderungstyp. Der Ritualtyp lebt nach gewohnten Abläufen und Ritualen, die ihm das Gefühl der Sicherheit geben. Er hat es nicht so mit Veränderungen, es soll lieber bleiben, wie es ist. Dafür verfügt er über Durchhaltevermögen, hat er sich mal für eine Sache entschieden. Der Veränderungstyp ist ein sensibler Temperamentstyp, der Neues sucht und offen ist für Veränderung und Abwechslung – dafür aber auch sprunghaft – und er hat manchmal Schwierigkeiten, etwas zu Ende zu führen.

Ritualtyp vs. Veränderungstyp

Diese beiden Typen gilt es auch bei der Ernährung zu beachten und zu unterscheiden. Während geregelte Essenszeiten für den Traditionstyp lebensnotwendig erscheinen, können diese für den Veränderungstyp sogar stressend sein. Dies gilt auch für das Essen selbst: Der rituelle Typ liebt es, immer wieder die gewohnten und geliebten Speisen zu sich zu nehmen, während der Temperamentstyp Abwechslung braucht und stets gerne neue Gerichte ausprobiert.

Wichtig ist es, dass man keinen der beiden Typen in die andere Schiene drängt. Heutzutage gibt es unzählige vorgekaute Methoden, bei denen die Menschen das Gefühl haben, dass sie sich an sie halten müssen. Doch dies endet oft in Frust, wenn diese Tipps einfach nicht zum jeweiligen Typ passen und er es nicht schafft, den Anweisungen zu folgen.
Der Mensch hat einen stark ausgeprägten Lusttrieb, der auch beim Essen eine permanente Herausforderung für ihn darstellt. Eigentlich sollte man das machen/essen, worauf man Lust hat. Doch der moderne Mensch ist durch vieles andere (gesellschaftliche Normen usw.) geprägt. Daher steht er immer im Konflikt zwischen „Ich möchte ...“ und „Aber ich sollte ...“.

Alles eine Sache der Genetik

Die genetische Grundprägung unserer Verdauung geht auf die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück und ist daher auch heute noch jener des steinzeitlichen Menschen sehr ähnlich. Es kommt vor allem auf die Genetik des individuellen Menschen an, wie er bestimmte Lebensmittel verträgt bzw. wie er auf sie reagiert. Die Menschen sollten wieder mehr dazu ermuntert werden, selbst zu spüren, wie es ihnen unmittelbar nach dem Genuss von gewissen Speisen ergeht und wie sie darauf reagieren.

Genuss ohne Reue

Man braucht auch immer wieder mal lustvolle Ausreißer, wenn man sich beispielsweise eine Packung Chips gönnt. Dann aber mit Genuss essen und nicht, wie meist üblich, mit schlechtem Gewissen und dem Gedanken „Eigentlich sollte ich nicht ...“. Tatsache ist, dass die Marschrichtung zum gesünderen Essen in Richtung mehr Pflanzennahrung geht. Die Zufuhr von Eiweiß und Kohlehydraten sollte vermindert, jene von Pflanzennahrung gesteigert werden. Aber, wie gesagt, die Ausreißer bewusst geschehen lassen. Denn sie kommen sowieso. Dann aber genießen und dem schlechten Gewissen eine klare Absage erteilen. Nur so können Sie sich schrittweise mit dieser neuen Ernährungsweise anfreunden. Denn der Weg zum besseren und gesünderen Essen dauert nicht 3 Monate, nicht 6 Monate, nicht 3 Jahre, sondern Ihr ganzes Leben! Dann haben Sie auch genug Zeit für diesen schönen Weg. Und können Sie sich auch ohne schlechtes Gewissen immer wieder mal ein Blatt Neuburger gönnen.

Dr. Christian Neuburger ist Allgemeinmediziner in St. Florian in Oberösterreich. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Phytobiologie, dem Wissen um Pflanzen. Unter der Marke Dr. Neuburger stellt er mit seinem Team Naturpflanzenextrakte her. Mehr erfahren Sie auf www.dr-neuburger.at

DR. CHRISTIAN NEUBURGER
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