NEUBURGER MACHT SÜCHTIG

NEUBURGER MACHT SÜCHTIG

Süchtig, aber richtig

Die manchmal unbeherrschbare Sehnsucht nach ganz bestimmten Köstlichkeiten kennt fast jeder. Aber oft sind es gerade die persönlichen Lieblingsgerichte die einer vermeintlichen Verbotszone angehören und dem Gebot nach gesunder Ernährung zu widersprechen scheinen. Wir haben dazu Diätologin Lisa Undesch befragt.

 

 

LISA UNDESCH: ZU GENIESSEN BEDEUTET NICHT EINER GESUNDEN ERNÄHRUNG ZU WIDERSPRECHEN.

 
Wie kann man seine Essleidenschaften ausleben und sich trotzdem gesund ernähren?
Ist das überhaupt möglich?

Ja, das ist möglich und eigentlich gar nicht so schwer, wenn man sein Essverhalten ein wenig dirigiert. Das Geheimnis ist einfach eine ausgewogene Mischkost, mit großer Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensmitteln. Unser Körper benötigt verschiedenste Nährstoffe, wie Kohlehydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe. Dabei ist es einfacher, weniger an die Inhaltsstoffe zu denken, denn die sind abstrakt. Denken Sie an Gemüse, Obst, Kartoffeln, Fisch, Milchprodukte und vor allem Wasser. Sie sollten keine natürliche Lebensmittelgruppe aus Ihrem Speiseplan ausschließen. Denn es existiert nicht das eine Lebensmittel, das alle positiven Eigenschaften in sich vereint und uns ausreichend versorgen könnte. Wichtig ist, seine Nahrung abwechslungsreich zusammenzusetzen. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört allerdings auch, dass man sich ab und an etwas vergönnt. Es gibt keine strengen Verbote. Wie auch ein Zitat von Paracelsus lautet: „Die Menge macht das Gift!“ Die Gerichte, die man leidenschaftlich gern mag, nach denen man süchtig ist, sind dann auch ganz sicher mit dabei.

Abwechslungsreich essen mit Neuburger

Wie kann man sich abwechslungsreiches Essen anlernen? Haben Sie hier einige Tipps für uns?

Prinzipiell ist es ganz einfach, auch für alle Berufstätigen! Verwenden Sie wenig verarbeitete Lebensmittel oder Fertigprodukte. Greifen Sie zu frischen, natürlichen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, frischem Fisch und Fleisch und kochen Sie vorwiegend selbst. Es ist möglich, in nur 20-30 Minuten ein schmackhaftes Gericht zuzubereiten. In die Arbeit können Sie sich etwas zu essen mitnehmen. Kochen Sie abends etwas mehr Nudeln oder Reis für den nächsten Tag. Mischen Sie das mit frischem Gemüse und marinieren Sie es mit Essig und Öl als Salat. Wenn Sie in der Kantine essen, achten Sie darauf, immer einen Salat dazuzuessen!
Bauen Sie jeden Tag zwei bis drei Milchprodukte ein. Zum Beispiel 1 Becher Jogurt, 1 Glas Buttermilch und 2 Scheiben Käse < 35 % F. i. Tr. Das darin enthaltene Calcium ist notwendig für Ihre Knochen und Zähne.
Obst und Gemüse wird fünfmal täglich empfohlen. Das mag nach sehr viel klingen, ist jedoch nicht schwer zu erreichen. Essen Sie zum Frühstück ein Stück Obst, ob zu Müsli oder Brot. Zusätzlich zu Ihrer Hauptmahlzeit gibt es dann eine kleine Schüssel Salat und eine Handvoll gedämpftes Gemüse oder Gemüsestreifen in der Jausenbox. Als Zwischenmahlzeit am Nachmittag könnten Sie ein Naturjogurt mit Obst und am Abend zur kalten Jause eine Handvoll Gemüsesticks oder Sauergemüse wie Essiggurken einplanen. Wenn Gemüse während der Woche rar ist, sollte man am Wochenende darauf achten, ausreichend Gemüse zu essen. Am Wochenende selbst zu kochen, ist immer ideal.


Welchen Tipp geben Sie den Fleischliebhabern – verzichten?

Nein, es ist definitiv nicht nötig, komplett auf Fleisch und Wurst zu verzichten. In Fleisch sind viele Inhaltsstoffe enthalten, die unser Körper benötigt und die ihren Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung liefern. Es beinhaltet wertvolles Eiweiß, das von unserem Körper optimal weiterverarbeitet werden kann. Fleisch stellt zudem eine hochwertige Quelle für Makro- und Mikronährstoffe dar. Unter anderem sind Vitamin A, B1, B12, Niacin und Eisen sowie Zink enthalten.
Aber man sollte Fleisch wieder als wertvolle Beilage betrachten, wie es früher notgedrungen einmal war. Fleisch wieder im Zusammenhang mit dem Geschmack und den Aromen von Tomaten, Kartoffeln, Reis, Semmelkren, Kohlsprossen, Rotkraut etc. genießen. Und nicht jeden Tag, sondern eben nur 2- bis 3-mal in der Woche.
Essen Sie momentan viel Fleisch, dann gelingt ein Umstieg leichter, wenn Sie erst mal an ein bis zwei Tagen pro Woche einen fleischfreien Tag einlegen. Diese Gewohnheit wird dann mit der Zeit ausgeweitet. Somit stehen auch öfter Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf dem Speiseplan.
 

Lisa Undesch, BSc ist als Diätologin Expertin, wenn es um gesunde Ernährung geht. Sie ist derzeit sowohl in der Reha Klinik Enns als auch bei Medikcal im Fortbildungszentrum der Elisabethinen in Linz tätig. Beispielsweise durch Kochworkshops und Einkaufstrainings bringt sie ihren Klienten eine ausgewogene Ernährung näher. 

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